Kommentare & Expertenmeinungen | Interview, Investmentfonds
12.11.2014

Attraktive Gesundheitsmärkte in Asien

Der globale Gesundheitsmarkt wächst weiterhin stärker als die Weltwirtschaft. Besonders die Gesundheitsmärkte Asiens offenbaren sich als zukunftsweisende Investmentnische. Deshalb bleibt die Branche vor allem in den Emerging Markets des asiatischen Kontinents ein attraktives Investment, wie Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor der Lacuna AG, im folgenden Interview erklärt.

von Wolfgang Regner

Ingo Grabowsky

Ingo Grabowsky

Foto: Lacuna

Was spricht für Asiens Gesundheitsmärkte?

 

Ingo Grabowsky: Asiens Gesundheitsmarkt zeigt ein überdurchschnittlich hohes Wachstum. Starke Motoren für dieses Wachstum sind vor allem demografische Faktoren und die Verwestlichung des Lebensstils. Zu den positiv Einfluss nehmenden Wachstumstreibern zählen das Bevölkerungswachstum und die Überalterung. Immer mehr Menschen müssen versorgt werden und da immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, nehmen altersbedingte Erkrankungen deutlich zu – vor allem in China als Auswirkung der Ein-Kind-Politik. Dazu kommt noch eine Verwestlichung des Lebensstils: Die Menschen bewegen sich weniger (nutzen z.B. das Auto statt das Fahrrad), nehmen ungesundes Essen zu sich und setzen sich immer stärker negativem Stress aus. Dies alles führt vermehrt zu Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und weiteren Erkrankungen.

 

 

Das heißt, der neue Wohlstand hat seinen Preis, besonders im Bereich der Gesundheit ...

 

I. G.: In der Tat, vor allem für Privatpatienten. Denn die Gesundheitssysteme Asiens sind bei weitem nicht so stark ausgebaut wie jene in Europa oder den USA. Da also in vielen Ländern Gesundheit noch rein privat finanziert wird oder aber bestimmte Leistungen nicht von den Kassen übernommen werden, bedeutet zunehmender Wohlstand auch eine steigende Nachfrage nach Gesundheit. Das stark gestiegene Lohnniveau zieht nach sich, dass sich die Menschen nun vermehrt leisten können, in ihre Gesundheit privat zu investieren.

 

 

Wer profitiert am stärksten vom Ausbau der asiatischen Gesundheitsmärkte?

 

I. G.: Vor allem profitieren Anbieter von Medizintechnik oder auch Generikahersteller von der Etablierung der Gesundheitssysteme in einigen asiatischen Ländern. Statt Kostensenkungsprogrammen, wie in westlichen Ländern, wurden dort Investitionsprogramme ins Leben gerufen. Diese erhöhen den Bedarf an unterschiedlichen medizinischen Produkten und Leistungen enorm. Ein Blick auf die Gesundheitsausgaben zeigt, dass diese deutlich steigen. Alles, was über die Basisversorgung hinaus in Anspruch genommen wird, muss privat gezahlt werden.

 

 

Welche aktuellen Ereignisse/Entwicklungen und/oder Zahlen gibt es hierzu?

 

I. G.: Die Überalterung zeigt sich z.B. anhand von Daten aus Südkorea, die zunehmende Verwestlichung an der steigenden Zahl der Diabetes-Patienten in China. Auch der Medizintourismus nimmt zu: So wächst etwa der Markt für Schönheitsoperationen kräftig. Schönheits-OPs werden von Frauen verstärkt nachgefragt, um dem westlichen Schönheitsideal besser zu entsprechen. Es gibt aber auch z.B. einen Schönheits-OP-Tourismus aus den USA oder Russland wegen der bereits guten Qualität zu günstigeren Preisen.

 

 

Wie haben sich asiatische Gesundheitstitel in den vergangenen Jahren entwickelt? Welche besonderen Entwicklungen gibt es?

 

I. G.: Ein besonderer Trend ist zum Beispiel, dass die M&A-Aktivitäten zunehmen. So übernimmt etwa Sun Pharma von Daiichi Sankyo den Konkurrenten Ranbaxy für vier Milliarden Dollar (inklusive Schulden) und steigt damit zum fünftgrößten Generikahersteller der Welt auf. Indien verfügt außerdem über die einzige FDA-Außenstelle außerhalb der USA, was sich im Zulassungsprozess für neue Medikamente positiv auswirkt. In Japan sehen wir vielversprechende Anzeichen der japanischen Unternehmen im Bereich‚ Corporate Governance‘. So nimmt die Zahl der externen Verwaltungsräte laufend zu. Weiter ist eine Abnahme der Überkreuzbeteiligungen sowie ein Trend weg von den ‚Poison Pills‘ erkennbar, mit denen Übernahmen verhindert werden sollen. Ferner sind vermehrt Aktienrückkäufe der japanischen Unternehmen zu beobachten. Diese positiven Veränderungen in Kombination mit der Tatsache, dass der mächtige staatliche Pensionsfonds zukünftig ein höheres Gewicht der Anlageklasse Aktien allokieren möchte, stimmen uns mittel- bis langfristig sehr positiv für Japan.

 

 

Was ist mit Blick in die Zukunft am spannendsten?

 

I. G.: Die attraktivsten Investmentmöglichkeiten sind aus unserer Sicht bei mittelgroßen Firmen zu finden. Und zwar vor allem dann, wenn sie entweder durch ihre Produkte Kosteneinsparungen in den westlichen Ländern ermöglichen sowie Innovationen begründen oder wenn sie in den Schwellenländern von der zunehmenden Lebenserwartung, dem Aufbau der Krankenkassensysteme sowie dem starken Anstieg der Mittelschichten profitieren.

 

 

Was sollten Investoren beachten?

 

I. G.: Anleger, die selbst in Asiens Gesundheitsmärkte einsteigen wollen, benötigen sehr viel Know-how bezüglich des Investmentuniversums und seiner Unternehmen. Fehlt ihnen dieses, sollten sie alternativ auf Anbieter setzen, die über eingehende Erfahrungen auf diesen Märkten und intensive Kenntnisse ihrer Unternehmen verfügen. Dazu kommt noch, dass die Handelbarkeit von Aktien und Währungen oft nur sehr eingeschränkt möglich und die Schwankungsbreite überdurchschnittlich hoch ist. Wir kamen aufgrund dieser Erwägungen zu dem Ergebnis, uns einen kompetenten Partner an die Seite zu stellen. So entstand die Zusammenarbeit mit Adamant, einer Investmentgesellschaft, die über ein professionelles Management mit ausgewiesener Expertise auf den asiatischen Gesundheitsmärkten verfügt. Chancen und Risiken können so kompetent bewertet werden. Dazu zählen beispielsweise politische Risiken wie der Putsch in Thailand, Währungsschwankungen oder sich ändernde gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. So lässt sich das hohe Potenzial am besten ausschöpfen. Deshalb erachten wir den Lacuna - Adamant Asia Pacific Health Fund als sinnvollen, Erfolg versprechenden Baustein für ein diversifiziertes Portfolio.

 

 

PDF: Ergänzende Statistiken zum Thema Überalterung und Verwestlichung finden Sie über diesen Link.